1878 Karlsruhe - 1955 Berlin

Karl Hofer ist 1878 in Karlsruhe geboren. Aufgrund des frühen Todes seines Vaters verbringt er gezwungenermaßen die Jugend im Waisenhaus. Mit 14 Jahren beginnt er eine Lehre in einer Verlagsbuchhandlung und kann mittels eines Stipendiums 1878 an der Karlsruher Akademie studieren.

Ab 1903 ermöglicht ihm der Schweizer Kaufmann Theodor Reinhart einen längeren Aufenthalt in Rom, wo er sich mit dem „Form- und Farbproblem bei der Gestaltung der Bildfläche“ auseinandersetzt. Von 1908 bis 1913 lebt er in Paris, um dort die Kunst Paul Cézannes (1839-1906) zu studieren. 1909 ist Hofer Gründungsmitglied der „Neuen Künstlervereinigung“. 1913 lässt er sich in Berlin nieder, wird aber während des Ersten Weltkriegs in Frankreich mit anderen Deutschen bis 1917 interniert. 1919 kehrt er nach Berlin zurück, wo er einen Vertrag mit der Kunsthandlung Cassirer abschließt. In dieser Zeit entwickelt der bereits 40-jährige seinen charakteristischen Stil. Es folgt ein Ruf als Professor an die Berliner Hochschule der Künste. 1927 ist er Mitbegründer der Badischen Sezession und ab 1928 Vorstand der Berliner Sezession. Als „entartet“ diffamiert wird Hofer 1933/34 vom Dienst suspendiert, kann aber nach 1945 wieder unterrichten. Er wird sogar zum Direktor der Hochschule in Berlin berufen, wo er bis zu seinem Tod 1955 bleibt. Zusammen mit Oskar Nerlinger gibt er mitte der 40’er Jahre bis 1949 die Zeitschrift „Bildende Kunst“ heraus und wird 1950 erster Präsident des wieder gegründeten Künstlerbundes.

Hofers Kunst ist in seiner Frühzeit deutlich von der Neoklassik Marées später von Cézanne und schließlich unter dem Eindruck des 2. Weltkrieges von der Neuen Sachlichkeit beeinflusst. Seine vorherrschenden Bildthemen sind die Figur in der Landschaft oder im Raum und das Stillleben, aber auch die Landschaft. Seine Bildthemen wirken einerseits bedrohlich und pessimistisch strahlen aber gleichzeitig Ruhe und Ausgewogenheit aus.