Ewald Platte

1894 Untergarschagen - 1985 Opladen

Ewald Platte wurde am 9.10.1894 in der Hofschaft Garschagen bei Lüttringhausen geboren.

Er studierte von 1909 bis 1913 an der Kunstgewerbeschule Barmen bei Ludwig Fahrenkrog und Gustav Wiethüchter Malerei. Noch während seines Studiums begann er seine Werke in der Kunsthalle Barmen auszustellen. Von 1914 bis 1918 diente er als Soldat im Ersten Weltkrieg. Nach Kriegsende kehrte er nach Barmen zurück, wo er das Wuppertaler Kunstleben der 1920er Jahre und der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich mit beeinflusste und schloss sich der Künstlergruppe Die Wupper an. an. Platte wandte sich in der Folge verstärkt einem abstrakt-kubistischen Stil zu.

Seine Bilder wurden in Düsseldorf und Köln ausgestellt. Schließlich wurde er mit zwei Bildern zur Ausstellung Europäische Kunst der Gegenwart in Hamburg eingeladen. Von den Nationalsozialisten wurde das Werk Plattes als entartet eingestuft. Im Jahr 1938 wurden 15 seiner Gemälde aus der Sammlung des Von der Heydt-Museums in Wuppertal und der Kunsthalle Barmen genommen.

Die Werke von Ewald Platte wurden auch in den USA und in Japan ausgestellt.

In seinen späteren Schaffensjahren nutzte er unterschiedliche Techniken der Enkaustik. Nach eigenen Angaben hat er ca. 300 Varianten entwickelt. Er löste das Wachs mit verschiedenen Mitteln, u.a. mit Waschbenzin und Terpentin und trug die Farbschichten nacheinander auf Papier auf. Er nutzte Zeitungspapier und andere saugende Papiere. Das gehärtete Wachs mit seinen Pigmenten wurde weiterhin mit Lötkolben und erhitzten Spachteln bearbeitet. Einzelne auf Papier fixierte Partien wurden in einem zweiten Arbeitsgang zu größeren Einheiten collagiert und wiederum mit teils transparenten Farb-Wachsschichten überzogen und verbunden. Die fertigen Bilder wurden dann mit hohem Druck auf Spanplatten geleimt. Dazu benutzte er selbst entwickelte Kleber und eine tonnenschwere DEMAG-Presse. Reliefartige Farbstrukturen wurden durch Zwischenlagen von Daunenkissen beim Pressen geschont.

Seine Farbproben ließ Platte monatelang im Sonnenlicht, zur Hälfte abgedeckt, liegen, um ihre Farbechtheit zu untersuchen. Sein Ziel war es, ähnlich dauerhafte Werke zu produzieren wie die ägyptischen Mumienportraits, die ältesten Gemälde in der Enkaustik-Technik.

Am 27.12.1985 verstarb Ewald Platte in Opladen und zählte zu den bekannten, deutschen Künstlern des Expressionismus.