Maria Caspar-Filser

1878 Riedlingen/ Donau - 1968 Brannenburg

Maria Filser wurde am 7. August 1878 in Riedlingen geboren. Ihre Jugend verbrachte sie vorwiegend in idyllischen Gegenden Süddeutschlands, die sie früh formten und auch später als Künstlerin prägen sollten. Bereits im frühen Jugendalter verbrachte sie viel Zeit mit dem Nachbarssohn Karl Caspar (1879-1905), den sie 1896 wieder traf, als sie ihr Studium an der Kunstakademie in Stuttgart aufnahm. Mit ihrer Heirat wurde das Künstlerpaar 1907 zum Ehepaar. Für einige Monate studierte Maria Caspar-Filser in München an der Akademie der Bildenden Künste bei Ludwig Herterich (1843-1905). München sollte für das Paar auch der Wohnort sein, wo es die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Sie lebten für einige Zeit im Schwäbischen Balingen oder in der Schweiz.

1905 führte sie eine Reise nach Paris, wo sie die avantgardistische Malerei studierten und sich mit den Impressionisten auseinandersetzten. Sehr beeindruckt war sie von den Gemälden Paul Cézannes (1839-1906). Sie verstand seine Werke als eine Umsetzung der „Lichtwelt“ in eine „Farbwelt“. Auch die Werke Vincent van Goghs (1853-1890) sollten sie in ihrem künstlerischen Schaffen beeinflussen. Seit 1909 war sie Mitglied im „Deutschen Künstlerbund“ und stellte in deren Ausstellungen ihre Werke bis 1936 aus.

1913 zählte sie als einzige Frau zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe „Neue Münchner Secession“. Ein Jahr später erhielt sie für ihr künstlerisches Werk den Villa-Romana-Preis, welchen sie mit einem längeren Aufenthalt in Italien verband. 1916 setzte sich Lovis Corinth (1858-1925) dafür ein, dass sie zur „Berliner Sezession“ kam und 1925 wurde ihr als erste deutsche Malerin der Professorentitel verliehen. Ihr Können wurde in dem Maße geschätzt, dass sie von 1924-1928 an der Biennale in Venedig teilnahm.

Ab 1936 wurden ihre gleichermaßen vom Impressionismus und Expressionismus beeinflussten Kunstwerke von den Nationalsozialisten als „entartet“ bezeichnet und aus sämtlichen Sammlungen entfernt. Kaspar-Filser verließ daraufhin München und zog mit ihrer Familie nach Brannenburg, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1968 lebte.

Im Nachkriegsdeutschland war die Künstlerin maßgeblich am Aufbau einer neuen Kunstszene beteiligt. Zum Beispiel war sie ab 1947 als Gründungsmitglied der Münchner „Neuen Gruppe“ tätig und förderte auch 1950 deren Neuformierung. 1951 war sie ein bedeutendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Eine würdevolle Auszeichnung, die ihr als Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Bildenden Künste und gleichzeitig auch als erste Malerin zuteil wurde, war die Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1959.