Albin Egger-Lienz

1868 Stribach / Osttirol - 1926 St.Justina-Rentsch bei Bozen

Ingenuin Albuin Trojer wurde als uneheliches Kind am 19. Januar 1868 in Striebach bei Lienz in Südtirol geboren. Sein Vater Georg Egger, bei dem er lebte und dessen Namen er seit 1877 führen durfte, war Kirchenmaler und unterwies ihn schon bald in die Malerei. Ab 1885 studiere er an der Münchner Akademie bei Karl Raupp, Wilhelm von Lindenschmit d. J. und Gabriel von Hackl, wo er Kontakt zu Defregger, Diemer und Thöny pflegte. Sein Künstlername Egger-Lienz erschien erstmals 1891 im Ausstellungskatalog des Glaspalastes. 1893 erhielt der Künstler dort die Große Silberne Medaille für das Gemälde "Karfreitag". Nach Abschluss des Studiums lebte er als freischaffender Künstler in München mit Atelier in der Pettenkoferstraße. 1896 trat er der fortschrittlichen "Luitpoldgruppe" bei, außerdem gab er privaten Malunterricht. Immer wieder besucht er, vor allem zu Studienzwecken, seine Südtiroler Heimat. Die Bodenständigkeit der Bauern, die tief verhafteten Traditionen und die Geschichte Südtirols sollten ihn zeitlebens fesseln und sein Werk grundlegend beeinflussen. Im Jahre 1899 beendete er seinen 15-jährigen München-Aufenthalt und ließ sich in Wien nieder. 1901 vollendete er sein Werk "Kreuz", wofür er im selben Jahr die Große Goldene Staatsmedaille erhielt. Dennoch hatte sich seine finanzielle Lage seit der Übersiedelung nach Wien stark verschlechtert. 1903 entstand der erste "Sämann". 1906 erhielt er den Reichelpreis für "Wallfahrer", welche ein Jahr später die Kunsthalle Mannheim erwarb. 1908 kaufte der Österreichische Staat das Gemälde "Totentanz". Nach der gescheiterten Berufung an die Wiener Akademie verließ Egger-Lienz 1911 die Österreichische Metropole. Er ließ sich mit seiner Familie in Hall nieder und erhielt im selben Jahr einen Ruf an die Weimarer Kunstschule, wo er bis 1912 unterrichtete. Otto Kunz verfasste in Egger-Lienz Namen den Aufsatz "Monumentale Kunst", der heftige Gegenreaktionen und einen Grundsatzstreit hervorrief. Nach seiner Weimarer Zeit kehrte der Künstler mit einigen Schülern nach Tirol zurück. Ab 1913 lebte er in Bozen. Während des Ersten Weltkrieges kämpfte er an der Südtiroler Front. Diese Erfahrungen bewegten ihn später zu seinen monumentalen Kriegsdarstellungen. 1918 stellte er "Den Namenlosen" fertig. 1920 erwarb die Nationalgalerie Rom ein "Mittagessen", die erneute Berufung an die Wiener Akademie lehnte Egger-Lienz abermals ab. Im Jahre 1922 wurde er zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gewählt. Ein Jahr später wurde der Künstler italienischer Staatsbürger. 1925 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Innsbruck. Sein "Auferstandener" für die Kriegergedächtniskapelle in Lienz geriet in die Kritik des Klerus. Das Heilige Offizium in Rom belegte die Kapelle sogar mit einem Gottesdienstverbot. Am 4. November 1926 verstarb Albin Egger-Lienz nur 58-jährig in St. Justina bei Bozen.