1872 Bautzen - 1936 Dresden

Hans Unger wurde am 26. August 1872 in Bautzen geboren. Seine künstlerische Ausbildung erwarb er zunächst durch eine mehrjährige Lehre von 1887 bis 1892 als Dekorationsmaler in Bautzen. Daran anschließend studierte er an der Akademie in Dresden bei Friedrich Preller d. J. (1838-1901) und Hans Prell; ab 1897 bis 1898 bei Fleury und Wilhelm Lefèbre (1873-1974) in Paris. Nach Abschluss seines Studiums unternahm er eine Studienreise durch Italien bis Sizilien, wo er zu seiner charakteristischen Farbgebung und Leichtigkeit in seiner Darstellungsweise gelangte. Ein weiterer längerer Aufenthalt auf Bornholm, der ihn in einem ernsthafteren Sinn beeinflussen sollte, schlug sich ebenfalls in seiner künstlerischen Ausdrucksweise nieder. Nach diesen Studienaufenthalten ließ sich Hans Unger in Dresden nieder. Er war Mitglied im beheimateten Künstlerkreis „Goppelner Schule".

Hans Unger gehörte zu den großartigen Künstlern, die Anfang des 20. Jahrhunderts die Kunstszene in Dresden beherrschten. Er zählte zeitgenössisch bereits zu den großen Jugendstilkünstlern. Bis zum Ersten Weltkrieg war er ein bedeutender und berühmter Künstler, der jedoch nach dem Weltkrieg mehr und mehr in Vergessenheit geriet. Erst wieder in den 80 Jahren des letzten Jahrhunderts wurde seinem Oeuvre wieder große Aufmerksamkeit zuteil. Im Rahmen einer großen Retrospektive im Stadtmuseum Freital 1997 wurde die Kunst Hans Ungers außerordentlich gewürdigt und wertgeschätzt.
Professor Hans Unger war Portraitist, Landschaftsmaler und Graphiker. Insbesondere wurde er aber für seine Werke berühmt, die er annähernd in der Lebensgröße der darauf Dargestellten ausführte. Wunderschöne Frauen, die von Arkadien träumen waren die wichtigsten Motive innerhalb seines Oeuvres. Tatsächlich handelte es sich bei den dargestellten Frauen um seine Ehefrau, die auch seine Muse war. Später avancierte seine Tochter Maja zur Protagonistin seiner Werke.

Für die Kunst von Hans Ungers waren die Künstler des 19. Jahrhunderts oder Zeitgenossen wie zum Beispiel Puvis de Chavannes (1824-1898), Gustave Moureau (1826-1898), Josephin Péledan, Ferdinand Khnopff (1858-1921), der englische Graveur und Stecher William Strang (1859-1921), Dante Gabriel Rossetti (1828-1881), Edward Burne-Jones (1883-1898), Arnold Böcklin (1827-1901) und Max Klinger (1857-1920) durchaus Einfluss gebend.