Heinrich Campendonk

1889 Krefeld - 1957 Amsterdam

Heinrich Campendonk wird 1889 in Krefeld als Sohn eines Textilkaufmanns geboren. Er beginnt eine Lehre der Textilkunde, die er 1905 für eine Ausbildung bei Jan Thorn-Prikker (1868-1932) an der Kunstgewerbeschule in Krefeld abbricht.

1909 knüpft er erste Kontakte zu den Mitgliedern der Neuen Künstlervereinigung in München. Bereits 1911 folgt Campendonk einer Einladung Franz Marcs ins oberbayerische Sindelsdorf. Schon bald schließt er sich der Gruppe des „Blauen Reiter“ an und nimmt an deren Ausstellungen als jüngstes Mitglied 1911 und 1912 teil. Es folgen Ausstellungen in Berlin und Bonn. In diesen Jahren ist sein künstlerisches Schaffen von Marc, Macke und Kandinsky beeinflusst und erfährt einen seiner ersten Höhepunkte.

Nach Absolvierung des Militärdienstes übersiedelt er 1916 nach Seeshaupt, wo er als Mitglied des Arbeitsrates für Kunst von 1919-1921 tätig ist. Seine Malerei ist nun von weich fließenden Formen, großen ruhigen Flächen von intensiver Leuchtkraft und einer lyrischen, oft märchenhaften Grundstimmung geprägt. Ab 1923 arbeitet er als Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Essen.
1926 erhält er den Ruf als Professor an die Kunstakademie in Düsseldorf. Im Zuge der Machtergreifung Hitlers wird er 1933 von der Akademie entlassen und emigriert 1934 nach Belgien. Die Diffamierung und Beschlagnahmung seiner Bilder als „Entartete Kunst“ erlebt er aus dem Exil in Amsterdam mit. 1935 tritt er eine Professur an der Rijksakademie van beeldende kunsten an. 1937 ist er sowohl in der Münchener „Ausstellung Entartete Kunst“ vertreten als auch für die Niederlande mit einem Glasfenster auf der Weltausstellung in Paris, für welches er mit dem Grand Prix ausgezeichnet wird. Nach dem Krieg bleibt Heinrich Campendonk in Amsterdam, wo er 1957 hoch geehrt als „Holländer“ stirbt.