Maria Caspar-Filser

1878 Riedlingen/ Donau - 1968 Brannenburg

Maria Filser wurde 1878 in Riedlingen geboren. Mit dem Karl Caspar (1879-1905), dem Nachbarssohn und Ehemann ab 1907, verbrachte sie bereits einen Großteil ihrer Jugend. 1896 nahm sie ihr Studium zunächst an der Kunstakademie in Stuttgart auf und studierte im Anschluss in München an der Akademie der Bildenden Künste bei Ludwig Herterich (1843-1905).
1905 führte sie eine Reise nach Paris, wo sie die avantgardistische Malerei studierten und sich mit den Impressionisten auseinandersetzten. Seit 1909 war sie Mitglied im „Deutschen Künstlerbund“ und stellte ihre Werke in deren Ausstellungen bis 1936 aus.
1913 zählte sie als einzige Frau zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe „Neue Münchner Secession“. 1914 erhielt sie den Villa-Romana-Preis. 1916 war sie Mitglied der „Berliner Sezession“ und 1925 wurde ihr als erste deutsche Malerin der Professorentitel verliehen. 1924-1928 nahm sie an der Biennale in Venedig teil.
1936 wurden ihre Kunstwerke von den Nationalsozialisten als „entartet“ bezeichnet und aus sämtlichen Sammlungen entfernt. Daraufhin verließ sie München und zog mit ihrer Familie nach Brannenburg, wo Maria Caspar-Filser bis zu ihrem Tod im Jahr 1968 lebte.
Im Nachkriegsdeutschland war die Künstlerin maßgeblich am Aufbau einer neuen Kunstszene beteiligt. 1947 war sie Gründungsmitglied der Münchner „Neuen Gruppe“, ab 1951 war sie Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Eine würdevolle Auszeichnung, die ihr als Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Bildenden Künste und gleichzeitig auch als erste Malerin zuteil wurde, war die Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1959.