Max Peiffer Watenphul

1896 Weferlingen bei Gardelegen - 1976 Rom

Der Künstler wurde am 1. September 1896 in Weferlingen geboren. Da sein Vater, Emil Peiffer, nur wenige Jahre nach der Geburt von Max verstarb und er von seinem Stiefvater, dem Schuldirektor Dr. Heinrich Watenphul sehr gefördert wurde, fügte er seinem Namen den des Stiefvaters hinzu. Nach Abschluss des Gymnasiums studierte Peiffer Watenphul Medizin und Jura und promovierte 1920 in Kirchenrecht.

Der junge Mann fühlte sich jedoch mehr zur Kunst hingezogen. Große Begeisterung hegte er für den Maler Paul Klee (1879-1940), den er dann auch 1919 in dessen Atelier besuchte. Für eine grundlegende Ausbildung empfahl ihm Klee die Klasse von Johannes Itten (1888-1967) am Weimarer Bauhaus zu besuchen. Für den abwechslungsreichen Unterricht war Peiffer Watenphul dennoch überqualifiziert, so dass er bald in allen Klassen hospitierte und ein eigenes Atelier erhielt. Die künstlerische Laufbahn des jungen Mannes war bald derart erfolgreich, dass ihn der Düsseldorfer Kunsthändler Alfred Flechtheim (1878-1937) 1921 unter Vertrag nahm. Ein Jahr später schloss er sich der Gruppe „Junges Rheinland“ an.

Sein erster Italienaufenthalt führte ihn nach Positano. Dies war der Ausgangspunkt seiner großen Leidenschaft für die italienische Landschaft, die ihn zeitlebens nicht mehr los ließ.
Der Kosmopolit Peiffer Watenphul bereiste jedoch auch im Jahre 1924 Mexiko. Von 1927 bis 1931 musste er wieder in Deutschland sesshaft werden, da er einen Lehrauftrag an der Folkwangschule in Essen erhielt. Bereits 1931 zog es den Künstler wieder nach Italien. Er erhielt den Villa-Massimo-Preis und somit ein Jahr Aufenthalt in Rom. 1932 wurde er mit dem Preis der Berliner Akademie der Künste ausgezeichnet und ein Jahr später mit dem amerikanischen Preis des Carnegie-Instituts Pittsburgh.

Der unmittelbar bevorstehende große Karrieredurchbruch wurde durch die Machtübernahme Hitlers und die damit verbundene Ächtung der Kunst Peiffer Watenphuls verhindert. Hauptsächlich hielt sich der Künstler in Italien, überwiegend auf Ischia, auf. Zeitweise unterrichtete er noch anonym an der Textilfachschule in Krefeld und der Kunstgewerbeschule in Salzburg. 1946 ging Peiffer Watenphul zu Fuß über die Alpen nach Venedig, wo er sich in den folgenden 10 Jahren aufhielt. Danach ließ er sich in Rom nieder.

In den 50er und 60er Jahren stieg der Bekanntheitsgrad des Künstlers in Italien und Deutschland. Es häuften sich Ausstellungen, Auszeichnungen und Ankäufe durch private Sammler. 1964 wurde Peiffer Watenphul zum Nachfolger Kokoschkas an die Salzburger Sommerakademie berufen. 1965 nahm ihn die Bayerische Akademie der Künste als Mitglied auf und er erhielt 1969 das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik. Peiffer Watenphul hielt sich nun in den Sommermonaten auf Korfu auf.

Anfang der 70er Jahre zog er zu seiner Schwester nach Rom, wo er 1975 verstarb.

Stilistisch lässt sich der Einfluss des großen künstlerischen Vorbilds Paul Klee immer wieder ablesen. Unverwechselbar ist vor allem die grobe Sackleinwand, auf die er mit relativ flüssiger Farbe malte, so dass ein stumpfer Charakter der sich stark in den Untergrund saugenden Farbe entstand. Oftmals ließ er den Untergrund durchscheinen und bezog ihn somit in die Komposition mit ein. Zudem erreichte er ungewohnte Effekte durch unkonventionelle Methoden wie kratzen, ritzen und klecksen.

Bekannt wurde Peiffer Watenphul durch seine reifen Italienlandschaften ab 1936, vor allem durch die Ischia-Motive, die er auch in den 50er und 60er Jahren immer wieder aufgriff.