Wladimir G. von Bechtejeff

1878 Moskau - 1971 Moskau

Wladimir Georgiewitsch von Bechtejeff wird am 15. April 1878 in Moskau geboren. Dort besucht er die Militärschule und lässt sich zum Leutnant ausbilden. Im Anschluss daran studiert er ab 1902 an der Akademie der Künste in Moskau Malerei. Noch im selben Jahr geht er auf Anraten Alexej von Jawlenskys nach München, wo er bis 1905 bei Heinrich Knirr sein Studium fortsetzt. Von 1906 bis 1909 studiert Bechtejeff in Paris bei Fernand Cormon fort, kehrt dann aber wieder nach München zurück. 1909 bis 1912 ist er Mitglied der "Neuen Künstlervereinigung München".
1910/11 nimmt an der Moskauer Ausstellung der Künstlergruppe Der Schellbube teil.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist er an einem Theaterprojekt von Hugo Ball beteiligt, das sich wie auch die Fortführung der Aktivitäten des „Blauen Reiters“ zerschlägt.
Bechtejeffs Werke jener Zeit stehen in ihrer leuchtenden Farbigkeit unter dem starken Einfluss Jawlenskys. Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges bricht Bechtejeffs künstlerische Entwicklung nicht nur ab sondern er kehrt auch nach Russland zurück, wo er sofort zum Militärdienst eingezogen wird.
Danach arbeitet der Künstler zunächst in der Moskauer Kommission für Denkmalschutz, ab 1921/22 als Bühnenbildner, später als gestalterischer Leiter im Staatszirkus Moskau. In den kommenden Jahren ist er unter anderem auch als Illustrator tätig. In seinem Spätwerk befasst er sich neben der Ölmalerei auch mit der Aquarell- und Gouachetechnik. Zunehmende Anerkennung erfährt Bechtejeff in seiner Heimat nach dem Ende der stalinistischen Verfehmung. Am 21. Juni 1972 stirbt Wladimir Georgiewitsch von Bechtejeff in Moskau.